Das müssen Sie beachten

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen heute ein unglaubliches Angebot in Höhe von 4 % Rendite für ein ganzes Jahr. Wie Sie sicherlich wissen, müssen Sie von diesen 4 % ein Viertel an Kapitalertragsteuer abgeben und natürlich 5,5 % davon für den Solidaritätszuschlag. Und dann, zu guter Letzt, nehmen wir einfach mal an, auch noch 3 % Inflation im Jahr.

Das heißt also, von Ihrer angeblich so sensationellen Rendite von sagenhaften 4 % bleiben langfristig unterm Strich in diesem Fall minus 0,055 % – eine negative Null sozusagen. Dafür kann es wirklich nur ein einziges Wort geben: NEGATIVSPAREN. Bei 4 % Anlagezins und 3 % Inflationsrate erhalten Sie also gerade mal noch so die Kaufkraft Ihres Geldes.

Inflation

Ohne eine verzinsliche Anlage würden von 100 Euro bei einer Inflation von 3 % über einen Zeitraum von fünf, zehn, 20 oder 30 Jahren noch folgende Werte, also folgende Kaufkraft oder Konsumfähigkeit, übrig bleiben:

  • 85,87 Euro – nach 5 Jahren
  • 73,74 Euro – nach 10 Jahren
  • 54,38 Euro – nach 20 Jahren
  • 40,10 Euro – nach 30 Jahren

Bereits bei einer Inflation von 5 % sinken die Beträge auf 77,38 Euro, 59,87 Euro, 35,85 Euro und 21,46 Euro. Bei einer Inflationsrate von 5 % haben Sie also nach 20 Jahren 64,2 % Ihres Kapitals verloren. Nach 30 Jahren sind es sogar mehr als 78 %.

Steigt die Inflation in den kommenden Jahren über 8 %, wovon angesichts der ständig steigenden Lebensmittelpreise, Preise für Energie, Strom, Benzin mitunter auszugehen ist, dann ist der Kaufkraftverlust noch
höher.

Das sollten Sie berücksichtigen, wenn Ihnen der Träger Ihrer Rentenversicherung schreibt, dass Sie voraussichtlich eine Rente in Höhe von beispielsweise 1.500 Euro erhalten werden. Was tut man automatisch? Man stellt sich vor, wie viel man sich von diesem Betrag heute kaufen könnte.

Ein ganz grober Fehler. Bei lediglich 2 % Inflation läge der anzunehmende Preis für Artikel die heute 1.500 Euro kosten in 25 Jahren bei 2.460 Euro, bei 4 % Inflation schon bei beinahe 4.000 Euro. Oder andersherum gerechnet läge die Kaufkraft von 1.500 Euro heute, bei 2 % Inflationsrate, in 25 Jahren bei 914 Euro und bei 4 % Inflationsrate bei nur noch 562 Euro.

Vielleicht liegt die Inflationsrate eines Tages, rückwärts betrachtet, gar nicht so hoch. Was wäre dann das Schlimmste was passieren würde? Ich hätte unrecht gehabt mit meiner Annahme. Ich würde mich bei Ihnen entschuldigen und Sie hätten mehr Geld zur Verfügung als erwartet! Und wenn die tatsächliche Inflation doch wesentlich höher ist als die amtlich sooft genannte statistische Inflation? Ja, dann sind Sie zumindest darauf gefasst.

Durch die Bundesbank veröffentliche Zahlen zur Geldmenge könnten zu dem Ergebnis führen, dass die tatsächliche Inflation beispielsweise in den Jahren 2002 bis 2009 in Deutschland zwischen 3,9 % und unglaublichen 11 % lag. Vielleicht vertrauen Sie am besten Ihrer persönlich gefühlten Inflationswahrnehmung. Nehmen Sie einfach einmal eine Dienstleitung in Anspruch – im Restaurant, beim Friseur, die eines Handwerkers – und vergleichen Sie den aufgerufenen Preis gedanklich mit dem von vor der Währungsumstellung „Deutsche Mark / Euro“.

Inflationsschutz

Nun ergibt sich aus all diesen furchtbaren Zahlen die alles entscheidende Frage, welche Anlageprodukte können denn in diesen Zeiten nun noch empfohlen werden? Welche Finanzprodukte lassen uns als Kunde auf der sicheren Seite sein?

Ich behaupte, überdurchschnittliche Renditen auf das jeweils eingesetzte Kapital sind nur in Börsenmärkten, zum Beispiel durch Beteiligungen an den größten wirtschaftlichen Unternehmen eines Landes, möglich. Und gerade in diesen Märkten rangieren aber unzählige Vorurteile.

Hier die zwei meistgenannten:

Vorurteil Nr. 1: Überdurchschnittliche Renditen sind an den Kapitalmärkten nur zu erzielen, wenn man Geld langfristig investiert (man könnte ja beispielsweise gerade in einer Baisse sein). Falsch!

Die Erfahrungen zeigen, dass bei einer Investitionsstrategie die von den jeweiligen Börsentrends unabhängig ist, überdurchschnittliche Erträge regelmäßig auch über einen Zeitraum von weniger als 12 Monaten zu erzielen sind. Damit wäre eine solche Strategie auch geeignet für das kurzfristige Liquiditätsmanagement also zum Beispiel für Kapital, das für Investitionen vorzuhalten ist.

Vorurteil Nr. 2: Je höher die angestrebte Rendite ist, desto größer ist das Verlustrisiko. Falsch!

Auch hier zeigen die Erfahrungen: Je höher die angestrebte Rendite ist, desto mehr muss man sich um daseingesetzte Kapital kümmern und mit ihm arbeiten, wobei Ertragsschwankungen völlig normal sind. Es genügt nicht, Kapital zu verwalten oder anzulegen – wie dies klassische Vermögensverwalter oder Banken für ihre Kunden tun – man muss es vielmehr aktiv managen. Das größte Risiko ist es, sich nicht immer um die Entwicklung des Kapitals zu kümmern und nicht sofort auf Entwicklungen des Marktes zu reagieren.

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